Redesign Democracy
Im Rahmen des Forschungsprojektes Redesigning Democratic Representation (Re·De·Re) lobt die HFBK Hamburg anlässlich der Bundestagswahl 2025 einen Wettbewerb für das Re-Design von Wahlurnen und den Prozess des Wählens aus.

Die Stimmabgabe bei einer Wahl ist der zentrale Moment, in dem die Bevölkerung ihre demokratische Macht aktiv ausübt. Sie vollzieht sich, wenn die Kreuze gesetzt sind und der Wahlzettel in die Wahlurne fällt. Doch drückt sich dieser grundlegende demokratische Akt in der gestalterischen Erscheinung der Wahlurnen angemessen aus? Sicherlich nicht, wenn, wie in einigen deutschen Wahlbezirken, die Bürgerinnen und Bürger ihre Wahlzettel in eine umfunktionierte Mülltonne werfen.
Im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten, fünfjährigen Forschungsprojektes Redesigning Democratic Representation (Re·De·Re) lobt die HFBK Hamburg anlässlich der Bundestagswahl 2025 einen Wettbewerb für das Re-Design von Wahlurnen und den Prozess des Wählens aus. Wie könnten die Wahlurnen der Zukunft aussehen? Wie kann sich die performative Handlung „Wählen“ weiterentwickeln, und in welchen – auch virtuellen Räumen – wird Wählen zukünftig stattfinden?
Friedrich von Borries: „Die Wahlurne ist der Ort, an dem wir Demokratie durch unsere Stimmabgabe lebendig machen. Das ist ein wichtiger, ein bedeutender, ein großartiger Moment – der auch eine entsprechend liebevolle, der Wichtigkeit gerecht werdende Gestaltung haben sollte. Das passiert nicht, wenn man seinen Stimmzettel in einen umfunktionierten Mülleimer wirft. Die Wahlurne bewusst zu gestalten, ist deshalb kein ästhetischer Selbstzweck, keine Design-Spielerei, sondern wichtig für unsere Demokratie. Denn leider zweifeln inzwischen viele Bürger*innen an unserer Demokratie. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Aber wir, die Designer an einer Kunsthochschule, sind Menschen, die erstmal über die sinnliche Qualität unserer Umgebung nachdenken. Und wir glauben, dass es hilfreich ist, die Bedeutung, die der Moment des Wählens hat, auch sichtbar, erlebbar, fühlbar zu machen, damit jedem und jeder klar ist, dass die Stimme, die er oder sie abgibt, einen Wert hat, eine Bedeutung.“
Alle Interessierten sind eingeladen, Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung der Wahlurnen sowie deren räumliche und performative Inszenierung zu entwerfen. Ziel ist, für den Akt der Wahl einen angemessenen und zeitgemäßen Rahmen zu finden – und so Demokratie zu stärken. Eingereicht werden können disruptive Visionen bis hin zu konkreten Produktideen.
Teilnahmebedingungen:
- Teilnehmen können Designerinnen und Designer, Künstlerinnen und Künstler, Architektinnen und Architekten, Studierende, Fachleute aus der öffentlichen Verwaltung, sowie alle, die einen Beitrag zur Zukunft unserer Demokratie leisten möchten.
- Eine hochkarätige Jury aus Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Gesellschaft und Design wählt die besten Entwürfe aus.
Mitglieder der Jury sind:
- Prof. Dr. Emma Crewe (SOAS, London)
- Prof. Daniela Hensel (Professorin für Social & Public Design, HTW Berlin)
- Benedikt Kuhn (Staatssekretär, Leiter der Hessischen Staatskanzlei)
- Barbara Lersch (Programmdirektion World Design Capital 2026)
- Peter Müller (Richter am Bundesverfassungsgericht a.D., Ministerpräsident des
Saarlandes a.D.)
- Dara Sepehri (Vorstandsmitglied des Deutschen Design Club)
- Hanna Steinmüller (Mitglied des Deutschen Bundestags, Bündnis 90/Grüne)
- Armand Zorn (Mitglied des Deutschen Bundestags, SPD) - Als Preisgeld stehen insgesamt 3.000 Euro zur Verfügung.
- Die besten Beiträge werden im Rahmen einer Ausstellung bei der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 präsentiert.
Zeitplan:
- Start Wettbewerb: 17. Februar 2025
- Einreichungsschluss: 14. April 2025
Hier geht es zum Online-Formular für den Wettbewerb:
www.hfbk-hamburg.de/redesign-democracy-open-call
Ein Projekt der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Design Club e.V. (DDC) und Demokratie Innovation e.V. Gefördert von der Volkswagen Stiftung. Kooperationspartner: World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026
Alle Informationen finden sich auch unter: http://redesign-democracy.hfbk.net/de
Pressekontakt: Beate Anspach | HFBK Hamburg | Lerchenfeld 2 | 22081 Hamburg | Tel. +49 40 42 89 89 405 | beate.anspach@hfbk.hamburg.de
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